Projekte 44 1
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Projekte 44 1 St.raphael Collage 040608 Rh.indd Testpdflib (C)

1. Preis: Kinderheim St. Raphael

Über das Projekt

Architektur
Durch den Abbruch des vorhandenen, sehr massiven Bestandsgebäudes und die Aufteilung der neuen Räumlichkeiten auf vier Baukörper werden auf dem Grundstück neue Sichtbeziehungen möglich. Es entstehen übersichtliche, angenehm dimensionierte und gut besonnte Außenräume, die dem Ensemble ein freundliches und transparentes Erscheinungsbild verleihen. Südlich der neuen Gebäude entsteht ein großzügiger, attraktiver Innenbereich mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Gebäude verfügen über ein konsequente Nord-Süd-Ausrichtung mit hochwertigen, gut besonnten Räumen. Die übersichtlichen Hauseinheiten geben den Wohngruppen den Charakter eines normalen Mehrfamilienhauses mit „eigener Adresse“. Durch das mittig angeordnete Treppenhaus werden lange Flure vermieden. Die Zimmer gruppieren sich um die als farbige Boxen ausgeführten Funktionsräume in der Gebäudemitte. So werden die Flure von einfachen Verkehrs- zu attraktiven Gemeinschafts- und Kommunikationsflächen. Die rollstuhlgerecht ausgestatteten Wohngruppen sind jeweils im Erdgeschoss angeordnet, bei Bedarf können die restlichen zwei Wohngruppen ohne großen Aufwand ebenfalls behindertengerecht umgebaut werden. Die bauliche Durchmischung der Gruppen soll die Integration der behinderten durch die alltägliche Begegnung im mit den nichtbehinderten Kindern fördern. Auf der für alle Hausbewohnern zugänglichen Dachterrasse, dem „Sonnendeck“ des Gebäudes, können die Kinder sich treffen, spielen und entspannen.

Energiekonzept
Die Gebäude lassen sich günstig in jedem gewünschten Energiestandard erstellen, da die Geometrie bedingt durch die Nutzung als Wohngruppe mit zentralen Sanitärräumen sehr kompakt ist. Wegen der hohen Kompaktheit und Möglichkeit hoher passivsolarer Gewinne sind auch sehr niedrige Energielevel einfach, d.h. mit relativ geringem Aufwand, realisierbar. Wir sehen daher die Umsetzung im Passivhausstandard vor. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist ohnehin sinnvoll, im Passivhausstandard unverzichtbar. Die solare Warmwasserbereitung mit Heizungsunterstützung ist mit maximalem Wirkungsgrad möglich. Ginge man von einer 60% Warmwassererzeugung und 15-20% Heizungsunterstützung durch Sonnenkollektoren, voraussichtlich mit Vakuumröhren aus, würde jedes Wohngruppengebäude mit etwa 20-25m² aufgeständerten Kollektoren belegt. Im Keller jedes Gebäudes sind großzügige Pufferspeicher untergebracht, welche die solare Wärme speichern. Das Warmwasser wird mit Frischwasserstationen erzeugt, wodurch Energie verbrauchende Legionellenschaltungen verzichtbar sind. Über die zentrale Heizanlage in der Verwaltung wird Wärme zugeführt, wenn die Sonne nicht scheint. Wir schlagen vor, das Dach des Verwaltungsgebäudes komplett mit Fotovoltaik zu belegen. Es würde damit eine etwa 30kWP-Anlage entstehen, die das Baubudget zwar belastet, sich aber nennenswert positiv auf die jährlichen Energiekosten und die CO2-Bilanz auswirkt. Langfristig rechnen wir mit einer guten Wirtschaftlichkeit. Der Imagegewinn für das Kinderheim und die bewußtseinsbildenden positiven Effekte für die Kinder sind darin nicht berücksichtigt.

Projektdetails

Verfahren
Eingeladener Wettbewerb 2008

Auslober
St. Raphael e.V., Düsseldorf

Platzierung
1. Preis

Standort
Oberbilker Allee, Düsseldorf

Gebäudedaten
• Kinderheim mit vier Wohngruppen, Veranstaltungssaal und Verwaltung

Energiekonzept
Wortmann und Scheerer, Bochum